Hilfe, mein Buchbaum ist krank!

Klassiker der Gartengestaltung

Buchsbäume gehören schon seit langem zu den absoluten Klassikern und sind aus der modernen Gartengestaltung gar nicht mehr wegzudenken. Mit ihnen ist fast alles möglich: Stilvolle Hecken, akkurate Schnitte und vieles mehr. Für die hohe Kunst des Formschnittes gibt es keine bessere Pflanze als den Buchsbaum. Dazu erstrahlen die kleinen Büsche ganzjährig in ihrem Tiefgrün.

Doch es gibt vor allem seit dem letzten Jahrzehnt ein großes Problem, dass die Buchsbaumpracht in allen öffentlichen Parks, großen Prachtgärten und möglicherweise auch in Deinem Garten massiv gefährdet.

Der Pilz Cylindrocladium buxicola und die Raupen des Buchsbaumzünslers (Diaphania perspectalis) verbreiten sich in rasanter Geschwindigkeit. Wie Du erkennst, ob auch Deine Pflanze von einer der beiden Plagen befallen ist, wie Du dann gegen Pilz oder Raupe vorgehst oder Deine Pflanze schon vor dem Befall zu schützen, erfährst Du hier.

1. Der Buchsbaumzünsler
  1.1. Bekämpfung des Buchsbaumzünslers
2. Der Buchsbaumpilz
  2.1. Bekämpfung des Pilzes
  2.2. Einen Befall vorab verhindern
3. Alternativen zum Buchsbaum
  3.1. Buchsilex 'Stokes'
  3.2. Rhododendron Bloombux®
  3.3. Ideal für Formschnitt: Eiben
  3.4. Koniferen für die Heckenpflanzung

1. Der Buchsbaumzünsler

Der Buchsbaumzünsler ist bei uns nicht heimisch, sondern wurde vor einigen Jahren aus Asien mit Discounter-Pflanzen eingeschleppt. Gerade beim Buchsbaumzünsler ist das ein großes Problem, da die Raupen praktisch keine natürlichen Fressfeinde haben. Noch schlimmer sind allerdings die schnelle Entwicklungsdauer und das rasante Tempo, mit dem sie verheerende Schäden anrichten können.

boxwood borer

Die Schmetterlingsmutter legt zu Beginn des Frühjahrs von März bis Ende April ihre Eier im Inneren des Busches ab und sobald die jungen Raupen geschlüpft sind, fressen sie sich vom Inneren Teil der Pflanze zum Äußeren. Dabei bilden sie Gespinste mit schwarzen, krümelartigen Kot-Hinterlassenschaften.

Die enorme Gefräßigkeit einer einzigen Raupe macht es möglich, dass sie bis zu ihrer Verpuppung durchschnittlich 45 Blätter frisst. Je nach Temperatur durchlaufen die Raupen ihre verschiedenen Entwicklungsstadien innerhalb kürzester Zeit und sorgen als ausgewachsene Falter für neuen Nachwuchs.

Buchsbaumzünsler Falter

Im Hochsommer, bei entsprechenden Temperaturen schlüpfen aus den frisch gelegten Eiern, die an der Unterseite der Blätter kleben, innerhalb von drei bis vier Tagen schon wieder neue hungrige Raupen. Durch die wärmeren Durchschnittstemperaturen unserer Sommer, so schaffen die Insekten mittlerweile vier neue Generationen im Jahr.

Falls die gefräßigen Raupen die kompletten Blätter vernichtet haben, machen sie auch vor der Rinde nicht halt. Ein Blick ins Innere des Buchsbaums lohnt sich also.

Es gibt allerdings auch einen Silberstreif am Horizont. Vögel akzeptierten die Raupen lange nicht, auf Grund des Buchsbaumgiftes, dass diese enthalten. Mittlerweile ist aber zu beobachten, dass Kohlmeisen und Sperlinge die Raupen als neue Nahrungsquelle für sich entdeckt haben. Das lässt hoffen.

1.1. Bekämpfung des Buchsbaumzünslers

Die Bekämpfung der Raupen des Buchsbaumzünslers ist etwas aufwendig.

Hier ist das altbewährte Absammeln mit einer Pinzette die effektivste Methode. Um auch möglichst alle Raupen zu entfernen, kann man einen Hochdruckreiniger oder einen einfachen Wasserschlauch mit hartem Strahl zur Hilfe nehmen und den Busch auch von Innern zu behandeln. Die abgefallenen Raupen werden anschließend vom Boden aufgesammelt. Leichtes Schütteln an den Buchsbäumen ist ebenfalls hilfreich. Auch die Raupen gehören in den Restmüll.

Wir persönlich bevorzugen biologische Bekämpfungsverfahren und da bietet sich bei den Buchsbaumzünslern besonders das Bakterium Bazillus thuringensis an. Die Parasiten befallen die Raupen und diese werden dadurch so geschwächt, dass sie irgendwann sterben. Es gibt allerdings auch einige Insektizide auf dem Markt, die sogar biologisch sind, dazu gehören Mittel mit Neemöl. Diese Bekämpfungsmittel bekommt man im Fachhandel.

Im Internet gibt es auch Videos, auf denen die Buchsbaumbüsche im Sommer bei Sonnenschein mit Folie dicht umwickelt werden. Die steigenden Temperaturen unter der Folie, ab knapp über 40 Grad, töten die Raupen ab. Allerdings braucht man hierzu Fingerspitzengefühl, denn sonst wird auch der Buchs in Mitleidenschaft gezogen. Man sollte also die Temperatur mittels eines Thermometers unter der Folie genau überwachen. Diese Methode funktioniert sehr gut. Einige Gärtner schwören auch auf Einpudern der Büsche mit Algenkalk: Dies bringt auch guten Erfolg. Es sieht zwar alles andere als hübsch aus, aber wen das nicht stört...

Den besten Zeitpunkt für eine Behandlung kann man durch Monitoring mit einer Pheromonfalle ermitteln. Angelockt durch den Sexual-Lockstoffes der Weibchen, werden die Männchen in der Falle gefangen. Auch so wird verhindert bzw. eingeschränkt, dass die Weibchen ihre Eier ablegen können. Am besten kann man sich dafür eine Tabelle machen und notieren, wie viele Falter jede Nacht gefangen werden. Wenn die Zahl hoch ist, wird es Zeit zu handeln.

Noch bedrohlicher ist allerdings der Pilz Cylindrocladium buxicola. Er ist die Ursache für das große Buchsbaumsterben in Deutschland. Bereits eine Woche nach der Infektion sind die Buchsbaumpflanzen kaum noch wiederzuerkennen.  Da sich der Pilz auf Buchsbäume spezialisiert hat, sind die Opfer machtlos.

2. Der Buchsbaumpilz

Es ist gar nicht so einfach, mögliche Krankheiten allein durch äußere Symptome zu diagnostizieren. Doch einige Veränderungen geben eindeutige Hinweise auf die Infektion mit dem Pilz Cylindrocladium buxicola. Besonders gefährdet sind die Buchsbäume bei feucht - warmen Wetter. Am schnellsten verbreitet sich der Pilz nämlich bei Temperaturen zwischen 20 und 25 Grad, ab 33 Grad ist allerdings keine Verbreitung mehr möglich. Wenn mindestens fünf Stunden Feuchtigkeit hinzukommen, steigt das Infektionsrisiko um ein Vielfaches. Deshalb solltest Du Deine Buchsbäume gerade im späten Frühjahr regelmäßig untersuchen.

Zunächst treten graubraune oder orangebraune Flecken auf der Blattoberseite auf. Nach wenigen Tagen ist das komplette Blatt verfärbt. An der Blattunterseite werden weiße Stellen sichtbar, dabei handelt es sich um die Sporen des Erregers. Weiteres Indiz sind schwarze Striche an den Trieben. Bereits nach einer Woche verliert die Pflanze ihre Blätter. 

Buchsbaumpilz Fotor Collage

Manche Symptome können schnell mit anderen Buchsbaumkrankheiten in Verbindung gebracht werden. Durch einige kleine Unterschiede kannst Du diese Krankheiten aber eventuell ausschließen.

Die Flecken des Buchsbaumkrebses (Volutella buxi) an der Blattunterseite sind größer und eher hellrosa oder apricotfarben. Bei der Buchsbaumwelke (Fusarium buicola) zeigt die Blattoberseite eine sehr großflächige gelbliche Verfärbung und hier ist zusätzlich die Rinde befallen.

2.1. Bekämpfung des Pilzes

Falls nun Symptome der Krankheit auch auf Ihren Buchsbaum zutreffen, gibt es noch Hoffnung. Generell gilt, umso früher Sie die Krankheit erkennen und dagegen vorgehen, desto besser. Bei der Pilzerkrankung Cylindrocladium buxicola hilft nur ein radikaler Rückschnitt an allen betroffenen Stellen, bis ins gesunde Holz.

Befallene Triebe und Blätter sollten auf gar keinen Fall im Kompost landen, denn dadurch kontaminiert man die gesamte Erde. Sie gehören in den Restmüll. Außerdem ist es sehr empfehlenswert, die oberste Bodenschicht zu entfernen. Dort befinden sich möglicherweise Sporen, die auch nach Jahren noch zu neuen Infektionen führen können. Chemische Maßnahmen sind weniger hilfreich. Wenn überhaupt, können sie zur Prävention eingesetzt werden.

2.2. Einen Befall vorab verhindern

Einige Dinge kannst Du bereits im Vorfeld beachten, damit es gar nicht erst zu einer Infektion kommt. Aber auch dann sollten Sie die Buchsbäume regelmäßig und gründlich auf mögliche Symptome untersuchen, um gegebenenfalls so schnell wie möglich eingreifen zu können.

Es hat sich gezeigt, dass die Anfälligkeit gegenüber des Pilzes Cylindrocladium buxicola je nach Buchsbaumsorte variiert.  Die beliebteste Sorten Buxus sempervirens `Suffruticosa´ und `Blauer Heinz´ sind auch leider am anfälligsten. Weniger anfällig sind allerdings die Sorten Buxus microphylla `Herrenhausen´ und ´Faulkner´, sowie Buxus sempervirens `Arborescens´. Bereits beim Kauf und vor dem Einpflanzen solltest Du nach möglichen Symptomen suchen.

Damit die Pflanze genügend Kraft hat, um sich gegen Schädlinge und Krankheiten zu wehren, düngen Sie regelmäßig und pflegen Sie Ihren Buchsbaum gut. Außerdem muss der Standort stimmen. Beim Buchsbaum ist das die nicht zu pralle Sonne und eine ausreichende Luftzirkulation. Der regelmäßige Schnitt sollte immer mit einer scharfen Klinge erfolgen, um Pflanzengefäße nicht zu quetschen. Passender Zeitpunkt für den Schnitt ist ein nicht zu feuchtes oder trockenes Klima.

Besonders beim Befall, aber auch allgemein ist es ausgesprochen wichtig, sein Werkzeug, wie zum Beispiel Scheren und Handschuhe, regelmäßig zu desinfizieren, damit die Krankheit sich nicht weiterverbreiten kann. Sogar beim Gießen kannst Du andere Pflanzen vor einer Infektion schützen, indem Du nur die Erde befeuchtest. So können mögliche Sporen nicht über Spritzwasser auf andere Pflanzen gelangen. 

3. Alternativen zum Buchsbaum

Der Buchsbaum ist ohne Zweifel einer der schönsten Heckenpflanzen. Doch bei dem hohen Pflegeaufwand und der starken Krankheitsanfälligkeit ist es vielleicht eine Überlegung wert, sich nach Alternativen umzuschauen. Davon gibt es reichlich und zum Teil übertreffen sie sogar die tollen Eigenschaften des Buchsbaums und beinhalten noch einige Extras wie Blüten oder Früchte.

3.1. Buchsilex 'Stokes'

Ilex crenata Stokes Laub

Unser Favorit ist der Buchsilex 'Stokes'. Die kleinen immergrünen Blätter sehen den Buchsbaumblättern verblüffend ähnlich. Natürlich ist diese Ilex-Sorte genauso gut schnittverträglich und blüht sogar im Juni. Größter Vorzug ist allerdings seine Pilzresistenz. Auch andere Bergilex-Sorten haben ein großes Potenzial, den Buchsbaum würdig zu vertreten.

3.2. Rhododendron Bloombux®

Rhododendron Bloombux Pink

Weitere wunderschöne Alternativen ist die neue Rhododendron-Sorte Bloombux®. Sie glänzt ebenfalls mit ihren immergrünen Blättern und wächst in der Regel sogar schneller als der langsam wüchsige Buchsbaum. Reizvolle Blütenpracht bekommst Du inklusive. 

3.3. Ideal für Formschnitt: Eiben

Taxus baccata Kugel

Unter den Nadelgehölzen lassen sich echte Schätze für Formschnitte finden. Vor allem einige Eiben-Sorten, wie zum Beispiel die Becher-Eiben 'Hicksii' und 'Hilli' oder die gelbe Säulen-Eibe 'David' sind trotz etwas anderer Blattform eine Bereicherung für den Garten und eine tolle Alternative zum Buchsbaum.

3.4. Koniferen für die Heckenpflanzung

Ilex aquifolium Heckenzwerg Laub

Für niedrige, immergrüne Einfassungshecken eignen sich auch viele Zwerg-Kiefern wie die Zwerg-Bergkiefer 'Benjamin', kleine Zypressen wie die Zwerg-Scheinzypresse 'Minima Glauca' oder klein bleibende Ilex-Sorten wie die Zwerg-Stechpalme 'Heckenzwerg'.

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