Schnecken aus dem Garten vertreiben - Diese 5 Tipps helfen wirklich

Nacktschnecken können zu einer echten Plage werden, denn die gefräßigen Biester sind in der Lage, über Nacht ein komplettes Beet zu plündern und die frisch gekauften Gartenpflanzen in kürzester Zeit zu vernichten. Vor allem nach milden Wintern ist in manchen Gärten eine wahre Invasion zu beobachten, da sich dann gleich mehrere Schneckengenerationen über die Leckereien im Garten hermachen. Da sich Nacktschnecken mit Vorliebe über junge, frische Pflanzen hermachen, sind gerade die neu gepflanzten Gartenpflanzen gefährdet.
Jetzt kann man sich darüber ärgern oder einfach Maßnahmen ergreifen, um die Schnecken zu vertreiben. Der Einsatz von Chemie ist hier natürlich komfortabel, aus ökologischen Gesichtspunkten aber eine echte Sauerei. Wir haben fünf erfolgversprechende, chemiefreie Methoden herausgesucht, mit denen Du Deinen Garten zuverlässig und nachhaltig von Nacktschnecken befreist.

Übrigens: Gehäuseschnecken wie beispielsweise die Weinbergschnecke zählen nicht zu den Schädlingen, da sie sich in erster Linie über altes Laub und bereits abgestorbene Pflanzenteile hermachen. Zudem fressen sie die Eier der Nacktschnecken und können Dich im Kampf gegen die Nacktschnecken sogar noch unterstützen.

1. Diese 5 Tipps helfen wirklich
  1.1 Tipp 1: Schnecken absammeln
  1.2 Tipp 2: Spritzmittel aus Pflanzen herstellen
  1.3 Tipp 3: Schneckenzaun/Schneckenkragen
  1.4 Tipp 4: Schneckenpaste
  1.5 Tipp 5: Schutzringe auslegen
2. Das hilft NICHT gegen Schnecken
  2.1 Kaffeesatz
  2.2 Bierfallen
2.3 Salz


1. Diese 5 Tipps helfen wirklich

1.1 Tipp 1: Schnecken absammeln

Eine relativ zeitintensive, aber dafür sehr wirkungsvolle Methode ist das Absammeln der Schnecken. Hierfür wird das betroffene Beet abends ausgiebig gewässert und anschließend Holzbretter oder kleine Steinplatten so im Beet positioniert, dass darunter kleine Hohlräume entstehen. Wenn die Schnecken dann in den frühen Morgenstunden ihren Raubzug abgeschlossen haben, verstecken sie sich darunter und können bequem eingesammelt werden. Wichtig: Die abgesammelten Schnecken müssen mindestens 25 Meter entfernt wieder ausgesetzt werden, da sie sonst schnell wieder zurück sind. Am sinnvollsten ist es, die Schnecken beim nächsten Waldspaziergang mitzunehmen und auszusetzen.

1.2 Tipp 2: Spritzmittel aus Pflanzen herstellen

Tatsächlich lassen sich auch die eigenen Gartenpflanzen zur Bekämpfung von Schnecken zweckentfremden. Geeignet hierfür sind zum Beispiel Lavendel, Efeu oder Holunderblätter. Sie werden für ca. 24 Stunden in Wasser eingelegt, die entstandene Brühe im Anschluss gefiltert und mit einer Sprühflasche auf die gefährdeten Pflanzen gesprüht. Kleiner Nachteil: Die Behandlung muss nach jedem Regenfall wiederholt werden. 
Beachte bitte: Pflanzenbrühen können Giftstoffe enthalten und sollten deshalb ausschließlich für Zierpflanzen Anwendung finden.

1.3 Tipp 3: Schneckenzaun/Schneckenkragen

Schneckenkragen und –zäune sind extrem wirkungsvoll, aber nicht wirklich schön anzusehen und kommen deshalb vorrangig in Nutzgärten oder im Gewächshaus zum Einsatz. Das Prinzip ist bei beiden Möglichkeiten das gleiche: Am oberen Rand der Absperrung ist die Barriere nach außen gebogen und bildet so eine unüberwindbare Barriere für Schnecken. Beim Bau eines Schneckenzauns muss darauf geachtet werden, dass dieser das Beet lückenlos umschließt, da die Schnecken sonst einfach hindurchkriechen würden. Der Nachteil eines Schneckenzauns: Je nach Größe des Gartens bzw. Beetes ist diese Methode verhältnismäßig kostenintensiv.
Einen solchen Schutzwall kann man übrigens auch mit mediterranen Kräutern errichten, denn Schnecken mögen weder Thymian noch Rosmarin. Ein um das betroffene Beet herum gepflanzter Wall aus diesen Kräutern hält Schnecken zuverlässig fern.

Nacktschnecke unterwegs

1.4 Tipp 4: Schneckenpaste

Schneckenpaste eignet sich nicht so sehr für Beete, dafür umso besser für Kübelpflanzen, Hochbeete und Mauern. Die aus Öl und natürlichen Wirkstoffen hergestellte Paste wird mit einem Pinsel am Rand des Topfes aufgebracht und hält Schnecken durch den Geruch fern. Großer Vorteil: Schneckenpaste ist absolut ungiftig, zudem ist die transparente Paste unsichtbar. Der Schutz hält über mehrere Wochen an und wird durch Regen nur langsam abgewaschen, weshalb er nicht ständig erneuert werden muss.

1.5 Tipp 5: Schutzringe auslegen

Einzelne Pflanzen lassen sich durch das Auslegen von Schutzringen wirksam vor einer Schneckenplage schützen. Hierfür wird ein Ring aus Sägemehl (muss aus Nadelhölzern hergestellt sein!) um die Pflanze herumgelegt. Sobald eine Schnecke auf den Schutzring stößt, macht sie kehrt. Nachteil an dieser Methode: Ein kräftiger Regenguss oder starker Wind machen die Barriere zunichte, sodass der Ring stetig erneuert werden muss.

2. Das hilft NICHT gegen Schnecken

2.1 Kaffeesatz

Koffein wirkt toxisch auf Schnecken, das steht zweifelsfrei fest. Allerdings muss die Koffeinkonzentration für eine wirksame Schneckenbekämpfung so hoch sein, so dass sie mit normalem Kaffeesatz nicht erreicht wird. Auch in Sachen Nachhaltigkeit kann Kaffeesatz nicht punkten, beim nächsten Regenguss wird er nämlich einfach in den Boden gespült. Als Dünger funktioniert Kaffeesatz hingegen ausgezeichnet Solltest Du diese Methode also bereits angewendet haben, sieh es positiv: Du hast Deinen Pflanzen damit auf jeden Fall nichts Schlechtes getan.

Nacktschnecke im Wald

2.2 Bierfallen

Eine weit verbreitete Methode ist die Bierfalle, denn auf den Geruch von Bier reagieren Nacktschnecken ähnlich wie männliche Fußballfans mittleren Alters. Hierfür wird einfach ein Becher oder ein kleiner Eimer so eingegraben, dass die obere Kante bündig mit der Erdoberfläche abschließt und anschließend mit Bier befüllt. Die Schnecken fallen in den Becher bzw. Eimer, können sich aus eigener Kraft nicht mehr befreien und verenden schließlich. Diese Methode funktioniert zwar prinzipiell, hat allerdings auch einige Nachteile. Die Lockwirkung von Bier ist nämlich dermaßen stark, dass auch Schnecken aus der weiteren Umgebung und aus den Nachbargärten angelockt werden. Zudem fallen auch Nützlinge der Bierfalle zum Opfer. Nicht zuletzt wirkt die Bierfalle nur mit frischem Bier, sobald Regen einsetzt und das Bier verdünnt, ist die Wirkung dahin.

2.3 Salz

Dass Salz Schnecken tötet ist allgemein bekannt. Dennoch solltest Du auf diese Methode verzichten. Durch Salz übersäuert der Boden und das sorgt schlussendlich dafür, dass in Deinem Garten nichts mehr wächst. So bist Du die Schnecken zwar los, Deine Gartenpflanzen allerdings auch. Abgesehen davon ist es gesetzlich verboten, Salz im Garten auszustreuen.

Fazit: Eine Universallösung zur Schneckenbekämpfung gibt es nicht. Am erfolgversprechendsten ist da schon eine Kombination aus mehreren Methoden. Zudem sollte man das Kosten-Nutzen-Verhältnis im Auge behalten, denn es bringt nichts, hunderte von Euros für Schneckenzäune auszugeben um fünf Salatköpfe zu schützen. Ein letzter Tipp: Um sich fortbewegen zu können brauchen Schnecken Feuchtigkeit, deshalb kann es sinnvoll sein, die betroffenen Beete nur morgens zu wässern. Bis zum Abend sind die Beete dann wieder abgetrocknet, der trockene Untergrund erschwert den Schnecken den Weg durchs Beet.

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