Sanddorn pflanzen, pflegen und schneiden

Wer schon mal einen Spaziergang entlang der Ostseestrände gemacht hat, erinnert sich sicherlich an die dicht an dicht stehenden Sanddornsträucher, die den Spaziergänger über kilometerweite Strecken begleiten und das Landschaftsbild prägen. In den letzten Jahren wurde Sanddorn aber auch als Gartenpflanze entdeckt und erlebte einen wahren Hype, nicht zuletzt aufgrund der schmackhaften und sehr gesunden Sanddornbeeren, die zur Erntezeit in dicken Trauben an der Pflanze zu bewundern sind. Tatsächlich zeigt sich Sanddorn unkompliziert und anspruchslos in der Pflege, die leckeren Beeren lassen sich mit etwas Hintergrundwissen zudem leicht ernten. Wie das geht, erfährst Du in diesem Artikel.

1. Steckbrief
2. Der richtige Standort
  2.1 Boden
  2.2 Licht
  2.3 Windrichtung
3. Sanddorn pflanzen
  3.1 Rhizomsperre
  3.2 Einpflanzen
4. Sanddorn pflegen
5. Sanddorn schneiden und ernten

1. Steckbrief

Botanischer Name Botanischer Name Hippophae rhamnoides
Familie Familie Ölweidengewächse (Elaeagnaceae)
Gattung Gattung Hippophae
Synonyme Synonyme Stranddorn, Weidendorn, Haffdorn, Seedorn
Blütezeit Blütezeit März bis Mai
Blütenfarbe Blütenfarbe grün-braun, unscheinbar
Laubfarbe Laubfarbe silbrig grün
Immergrün Immergrün nein
Zierpflanze Zierpflanze ja
Nutzpflanze Nutzpflanze ja
Verwendung Verwendung Einzelstellung, Gruppenpflanzung
Winterhärte Winterhärte winterhart
Kalkverträglichkeit Kalkverträglichkeit verträglich
Nährstoffbedarf Nährstoffbedarf gering
Lichtansprüche Lichtansprüche sonnig
Bodenfeuchte Bodenfeuchte trocken bis mäßig frisch
Bodenart Bodenart durchlässig, leicht, sandig

Sanddornbeeren

2. Der richtige Standort

Um einen idealen Standort für den Sanddorn zu finden, schaut man sich zunächst mal das natürliche Verbreitungsgebiet der Pflanze an. Sanddorn wächst auf sandigen und kargen sowie nährstoffarmen und salzigen Böden, steht meistens voll im Wind und ist von morgens bis abends der unerbittlichen Sommersonne ausgesetzt. Klingt jetzt erstmal eher unwirtlich, aber genauso hat es der Sanddorn am liebsten. Aber welcher Garten gibt das her?

2.1 Boden

Die gute Nachricht vorweg: Sanddorn ist robuster Haudegen, der sich auch in herkömmlichen Gärten durchaus wohl fühlen kann und hier gut gedeiht. Kalkhaltige, nicht zu saure Sandböden sind optimal für den Sanddorn, schwere Böden müssen vor der Pflanzung mit Sand verbessert werden.

2.2 Licht

Worauf er allerdings nicht verzichten kann, ist Sonnenlicht. Schatten mag er überhaupt nicht, wähle deshalb unbedingt einen Standort aus, der idealerweise von morgens bis abends in der Sonne liegt.

2.3 Windrichtung

Wenn Du in den Genuss der leckeren Sanddornbeeren kommen willst, brauchst Du mindestens zwei Pflanzen, denn Sanddorn ist zweihäusig. Wenn Du das Potenzial des männlichen Pollenspenders voll ausschöpfen möchtest: Eine männlichen Pflanze reicht für bis zu 6 weibliche Sanddornpflanzen. Da die Bestäubung über den Wind stattfindet ist es sinnvoll, männliche und weibliche Pflanzen im Garten so anzuordnen, dass die Damen im Wind des Herren stehen, das stellt einen hohen Ertrag sicher.

3. Sanddorn pflanzen

3.1 Rhizomsperre

Sanddorn bildet unterirdische Ausläufer, sogenannte Rhizome. Diese kannst Du entweder hin und wieder mit einem Spaten abstechen, oder Du setzt vor dem Einpflanzen eine Rhizomsperre. Wie man sowas prima selber machen kann, erfährst Du hier.

3.2 Einpflanzen

Das Pflanzloch sollte in etwa die doppelte Größe des Wurzelballens haben. Lockere den Boden am Grund und an den Seiten des Lochs gut auf und vermische den Aushub ggf. mit Sand. Pflanze in das Loch setzen, idealerweise auf gleicher Höhe, wie sie vorher im Topf gestanden hat.  Dann das Loch mit dem Aushub auffüllen, antreten und wässern.

Sanddornbeeren-Detail

4. Sanddorn pflegen

In den ersten Wochen solltest Du die Pflanzen regelmäßig mit der Gießkanne besuchen, aber wenn sie erstmal richtig angewachsen sind, musst Du Dir darum keine Gedanken mehr machen. Sanddorn beschwert sich zwar nicht, wenn man ihm gelegentlich etwas Wasser und alle zwei Jahre etwas Kompost zukommen lässt, er wächst aber auch hervorragend ohne diese Zuwendung.

5. Schneiden und ernten

Ohne Schnitt verkahlt die Pflanze im Laufe der Jahre von innen heraus, deshalb macht es Sinn, hier und da zur Schere zu greifen. Weibliche und männliche Sanddornpflanzen werden allerdings unterschiedlich behandelt. Bei weiblichen Pflanzen werden alle zwei Jahre die abgeernteten Triebe entfernt. Der männliche Sanddorn hingegen bekommt nur alle 4 Jahre eine Rasur, hier werden die Blütentriebe um die Hälfte zurückgeschnitten.

Die Ernte von Sanddorn kann recht mühsam sein, die Beeren lassen sich nur schwer von der stachelige Pflanze pflücken. Aber mit dem folgenden Kniff ist die Ernte ganz leicht: Du schneidest die fruchtbesetzten Triebe der Pflanze vollständig ab, entfernst die Blätter und legst den kompletten Trieb in die Gefriertruhe. Im gefrorenen Zustand lassen sich die Beeren leicht vom Zweig lösen.

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