Heidelbeeren pflanzen, pflegen und schneiden

Blaubeere, Moosbeere, Waldbeere, Schwarzbeere, Mollbeere, Bickbeere, … Kaum ein anderes Beerenobst ist unter so vielen Bezeichnungen verbreitet wie die Heidelbeere. Sehr viele Menschen greifen heute wieder lieber auf selbst angebautes Obst und Gemüse aus dem eigenen Garten zurück, was auch der Heidelbeere eine wahre Renaissance beschert hat. Heute ist sie wieder buchstäblich in aller Munde. Kein Wunder, denn Heidelbeeren sind lecker, gesund und lassen sich vielfältig verwenden. Nicht zuletzt besitzen sie einen hohen Zierwert und sind so auch als Gartenpflanze eine Bereicherung. Kleinere Sorten wie 'Lucky Berry' oder 'Bluecrop' lassen sich auch hervorragend im Pflanzkübel pflanzen und finden somit Platz auf dem Balkon oder der Terrasse.

Heidelbeeren stellen aber auch einige Ansprüche an ihre Umgebung. Die Pflanzen aus der Familie der Heidekrautgewächse wachsen längst nicht auf jedem Boden und sind auch bezüglich Kalkverträglichkeit kleine Diven. Dennoch ist der Anbau von Heidelbeeren keine Hexerei und stellt auch Gartenanfänger nicht vor unlösbare Probleme. Wir verraten Dir in diesem Blog-Artikel worauf Du beim Heidelbeeren Pflanzen achten musst, damit auch Du bald Deine eigenen Heidelbeeren ernten kannst.

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1. Steckbrief
2. Der richtige Standort

3. Der optimale Boden
4. Heidelbeeren pflanzen
5. Heidelbeeren pflegen
6. Heidelbeeren schneiden
  6.1 Pflanzschnitt
  6.2 Auslichtungsschnitt
7. Die besten Sorten
8. Interessantes über Heidelbeeren

1. Steckbrief

Botanischer Name Botanischer Name Vaccinium corymbosum
Familie Familie Heidekrautgewächse
Gattung Gattung Vaccinium
Synonyme Synonyme Blaubeere, Moosbeere, Waldbeere, Schwarzbeere
Blütezeit Blütezeit April bis August
Blütenfarbe Blütenfarbe rosa, rot, weiß
Laubfarbe Laubfarbe grün
Immergrün Immergrün nein
Zierpflanze Zierpflanze ja
Nutzpflanze Nutzpflanze ja
Verwendung Verwendung Einzelstellung, Blütenhecken, Flächenbepflanzung, Bauerngarten, Kübelpflanze
Winterhärte Winterhärte winterhart
Kalkverträglichkeit Kalkverträglichkeit Unverträglich
Nährstoffbedarf Nährstoffbedarf mittel
Lichtansprüche Lichtansprüche sonnig, halbschattig
Bodenfeuchte Bodenfeuchte mittel bis hoch
Bodenart Bodenart sandig bis lehmig

2. Der richtige Standort

Mit dem richtigen Standort schaffst Du die Basis für eine üppige Heidelbeerernte. Wenn dieser mit Bedacht gewählt wird, reduziert sich auch der Pflegeaufwand für deine Heidelbeeren Pflanzen deutlich. Die Moorbeetpflanzen lieben es warm und sonnig und sind für ein windgeschütztes Plätzchen im Garten dankbar. Halbschatten wird auch toleriert, der Fruchtertrag jedoch fällt an vollsonnigen Standorten höher aus.

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3. Der optimale Boden

Auch wenn sie nicht wirklich verwandt sind, teilen Kulturheidelbeeren die Bodenansprüche ihrer wilden Vorfahren. Ein leicht saurer, kalkfreier Boden ist unverzichtbar, denn in kalkhaltiger Erde kommt es zu Eisenmangel, da Kalk die Eisenaufnahme verhindert. Das quittiert die Pflanze zunächst mit gelben Blättern, bevor sie das Wachstum komplett einstellt. Der ideale pH-Wert des Bodens beträgt 4 bis 5.
Auch kalkhaltiges Gießwasser ist problematisch, deshalb sollte in Regionen mit hartem Trinkwasser ausschließlich Regenwasser zum Gießen verwendet werden. 
Heidelbeeren hassen Staunässe, deshalb sollte der Boden locker und durchlässig sein, damit Gieß- und/oder Regenwasser schnell ablaufen können. Verdichtete Böden können das in der Regel nicht bieten und müssen daher durch die Zugabe von Sand sowie Sägemehl aus Nadelhölzern oder Laubkompost verbessert werden. Beachte bitte: Heidelbeeren wurzeln flach und breit, die Erde also nicht so sehr in der Tiefe, sondern eher in der Breite austauschen bzw. optimieren.

Damit ist leider noch nicht sichergestellt, dass sich kein Kalk aus dem benachbarten Beet einschleicht. Mit Hilfe einer Pflanzwanne, die ebenerdig in das Beet eingelassen wird, kannst Du dieses Problem umgehen. Zu viel Arbeit? Du kannst Deine Heidelbeere auch einfach im Kübel pflanzen. Lies Dir in diesem Fall bitte auch unseren Blog-Artikel zum Thema Kübelpflanzen überwintern durch.

Heidelbeeren pflanzen Beeren

4. Heidelbeeren pflanzen

Das Wichtigste vorweg: Heidelbeeren dürfen nicht zu tief gepflanzt werden, da es sonst zu  Sauerstoffmangel kommt. In der Folge sterben die Wurzeln ab und die Pflanze ist hinüber. Achte also darauf, wie tief die Pflanze zuvor im Topf gestanden hat und setze sie im Zweifelsfall noch zwei bis drei Zentimeter höher ins Loch, dann bist Du auf der sicheren Seite. Aber von vorne:

Am einfachsten ist es Heidelbeeren im Frühjahr oder im Herbst zu pflanzen. Hebe ein Pflanzloch aus, das etwas tiefer als der Container hoch ist. Der Lochdurchmesser sollte die doppelte Breite des Wurzelballens besitzen. Die Erde im Pflanzloch wird jetzt zunächst gut aufgelockert, anschließend wird die Pflanze eingesetzt, wie gesagt, nicht zu tief! Nachdem das Loch wieder aufgefüllt ist, wird alles vorsichtig angetreten und dann ausgiebig eingeschlämmt. Das Einschlämmen dient zum einen natürlich der Wasserversorgung, zum anderen werden eventuelle Hohlräume geschlossen. Wenn Du jetzt noch einen kleinen Gießrand formst, ist das Gießen effektiver. 
Sandige Böden können Wasser nicht gut speichern, eine Mulchschicht hilft dabei, den Boden feucht zu halten. Beachte bitte: Sehr sandige Böden bitte vorher mit Kompost verbessern.

5. Heidelbeeren pflegen

Das Wichtigste bei der Pflege von Heidelbeeren ist Gießen! Gerade in den ersten Wochen nach der Pflanzung ist regelmäßiges Gießen unerlässlich. Aber auch in der Folgezeit muss der Boden stets feucht gehalten werden. Eine Unterversorgung mit Wasser führt dazu, dass die Beeren deutlich kleiner bleiben,  im schlimmsten Fall verabschieden sie sich vollkommen von der Pflanze, noch bevor sie reif sind. 
Heidelbeeren sind zwar absolut frosthart, dennoch kann in extremen Wintern ein Wintervlies hilfreich sein. Diese Maßnahme sei besonders für Pflanzen empfohlen, die kaltem Wind ausgesetzt sind. 
Dünger muss lediglich einmal im Jahr zugegeben werden, der beste Zeitpunkt dafür ist das Frühjahr. Hierfür eignen sich beispielsweise der Vital Universaldünger oder auch der Bio Beerendünger von Euflor. Auf eine zusätzliche Düngung im Herbst kann man verzichten, weil die frischen Triebe sonst nicht mehr rechtzeitig verholzen und so anfälliger für Krankheiten sind.

Heidelbeeren pflanzen Zierwert

6. Heidelbeeren schneiden

6.1 Pflanzschnitt

Unmittelbar nach der Pflanzung sollte ein Pflanzschnitt erfolgen. Kürze einfach alle Triebe um ein Drittel bis maximal zur Hälfte ein. Das erleichtert der Pflanze das Anwachsen.

6.2 Auslichtungsschnitt

Mit dem Auslichten der Heidelbeerpflanze kannst Du Dir ruhig ein paar Jahre Zeit lassen, zunächst sollte die Pflanze eine gewisse Größe erreicht haben. Nach frühestens vier Jahren kann dann der erste Rückschnitt vorgenommen werden. Dabei ist zu beachten, dass Heidelbeeren an den zwei- und dreijährigen Trieben am fruchtbarsten sind und die meisten Beeren bilden. Sieben bis acht dieser Triebe müssen also erhalten bleiben. Alte, schief gewachsene und kranke Zweige hingegen werden komplett entfernt. So kommt wieder mehr Licht ins Innere der Heidelbeere und der Neuaustrieb wird angeregt. 
Tipp: Kranke Pflanzenteile sollten immer sofort abgeschnitten werden!

Eine kurze Pflanzanleitung als PDF zum Runterladen und Ausdrucken findest Du unter folgendem Link:
Pflanzanleitung Heidelbeere

 

7. Die besten Sorten

Die nachfolgenden Sorten gehören zu den beliebtesten Heidelbeeren in unserem Sortiment. Für eine vollständige Übersicht sieh Dir bitte unseren Artikel Heidelbeeren – Die besten Sorten auf einen Blick an.

 

Zum Sofortnaschen: 'Bluejay'

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Die großen Heidelbeeren von 'Bluejay' sind mit ihrem unwiderstehlichen süß-pikanten Aroma das perfekte Naschobst. Die straff aufrecht wachsende Pflanze eignet sich auch hervorragend für die Haltung im Kübel.

Für Marmelade und Gelee: 'Lucky Berry'®

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Die tropfenförmigen Früchte der Heidelbeere 'Lucky Berry'® verleihen der Pflanze eine unverwechselbare Optik. Das süß-saure Aroma sorgt für einen frisch-fruchtigen Geschmack in Marmeladen und Gelees.

Für Kuchen, Torten und Eis: 'Arto'®

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Die Heidelbeeren von 'Arto'® sind sehr süß und somit die perfekte Zutat für Kuchen, Torten und Eis. 'Arto'® wird nur etwa anderthalb Meter hoch und eignet sich somit auch für kleinere Balkone und Terrassen.  

8. Interessantes über Heidelbeeren

Die im Handel (und damit auch bei uns) erhältlichen sogenannten Kulturheidelbeeren haben mit der ursprünglichen Wildheidelbeere tatsächlich nur wenig zu tun. Sie stammen von der nordamerikanischen Heidelbeere ab, die sich aufgrund des weißen Fruchtfleisches leicht von der Wildform mit blauem Fruchtfleisch unterscheiden lässt. Aber nicht nur bei der Farbe, sondern auch bezüglich der Inhaltsstoffe, der Größe und des Geschmacks gibt es deutliche Unterschiede. Geschmacklich kann es die Wildheidelbeere nicht mit dem fruchtig-intensiven Aroma der Kulturheidelbeere aufnehmen. Dafür ist die Wildform etwas gesünder, da sie mehr an den wertvollen Vitaminen und Mineralien enthält. Bei der Größe haben Kulturheidelbeeren wiederum die Nase vorn.

Auch wenn Kulturheidelbeeren in der Regel selbstfruchtbar sind, ist es für eine reichhaltige Ernte geradezu unerlässlich, mehrere Sorten (mindestens zwei) zusammen zu pflanzen. Durch die Fremdbestäubung werden auch die Beeren größer. Tipp: Wähle Heidelbeerpflanzen mit unterschiedlicher Blütezeit, so verlängerst Du die Erntezeit.

Die blau gefärbten Lippen und Zungen, die viele wohl noch aus ihrer Kindheit kennen, gehören mit der Kulturheidelbeere der Vergangenheit an. Der blaue Farbstoff befindet sich bei Kulturheidelbeeren nämlich nur noch in der Schale, das Fruchtfleisch hingegen ist weiß. Ein blaues Wunder erlebt man mit diesen Beeren also nicht.

 

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